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Häufig gestellte Fragen zur Beitragsanpassung

Beitragsanpassung Januar 2021

 

Warum sind Beitragsanpassungen notwendig?

Wir kalkulieren den Beitrag u. a. anhand der aktuell zu erwartenden durchschnittlichen Versicherungsleistungen bis zum Lebens- oder Vertragsende. Würden sich diese Faktoren nicht ändern, blieben die Beiträge über die gesamte Versicherungsdauer ungeachtet des steigenden Alters des Versicherten konstant. Tatsächlich kommt es aber vor allem wegen des medizinischen Fortschritts immer wieder zu Änderungen. Auch die steigende Lebenserwartung und das anhaltende Niedrigzinsniveau müssen wir berücksichtigen. Reichen die ursprünglich kalkulierten Beiträge nicht mehr aus, die vereinbarten Leistungen dauerhaft zu finanzieren, ist eine Beitragsanpassung gesetzlich vorgesehen.

 

Wann dürfen die Beiträge angepasst werden (gesetzliche Grundlagen)?

In § 155 Abs. 3 Versicherungsaufsichtsgesetz sowie in § 203 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz ist geregelt, wann eine Beitragsanpassung einzuleiten ist. Danach vergleichen wir einmal im Jahr die erforderlichen mit den kalkulierten Versicherungsleistungen für jede „Beobachtungseinheit“ (z. B. Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche oder Frauen und Männer in der Ausbildung) eines Tarifs. Stellen wir bei dieser Gegenüberstellung eine Abweichung von mehr als fünf Prozent (Schwellenwert) fest, überprüfen wir die Beiträge und passen sie wenn nötig an. Dabei berücksichtigen wir die aktuellen Rechnungsgrundlagen (z. B. durchschnittliche Versicherungsleistungen, künftige Vertragslaufzeit und zu erwartende Zinserträge).

Warum steigen die Beiträge einiger Tarife so sprunghaft?

In der Privaten Krankenversicherung dürfen die Beiträge nur angepasst werden, wenn einer von zwei sogenannten "auslösenden Faktoren" erfüllt ist: wenn die Versicherungsleistungen stark steigen oder sich die Lebenserwartung deutlich erhöht. Tritt einer dieser Fälle ein, müssen nach den gesetzlichen Vorgaben auch alle anderen Rechnungsgrundlagen (und damit auch der Rechnungszins) auf den neuesten Stand gebracht werden. Daher können wir die Beiträge nicht jedes Jahr an das aktuelle Zinsniveau anpassen. Konnten die Beiträge in einem Tarif schon länger nicht mehr angepasst werden, ergeben sich deshalb oft höhere Beitragssteigerungen. Das ist in einigen Haupttarifen (z. B. Tarife PN und PNW) eingetreten, in denen vier Jahre lang die Beiträge stabil geblieben sind. Hier wirkt sich nun vor allem die starke Absenkung des Rechnungszinses auf die neue Beitragshöhe aus.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Gründe für Änderungen der wesentlichen Rechnungsgrundlagen.

  • Die Versicherungsleistungen

Der medizinische Fortschritt ist ein wesentlicher Grund für die veränderten, in der Regel höheren, Versicherungsleistungen in der Krankenversicherung. Diagnostische und therapeutische Verfahren entwickeln sich ständig weiter. Zusammen mit einer umfangreichen Vorsorge können somit immer mehr Krankheiten schonender behandelt und öfter geheilt werden. Auch die Therapiemethoden wandeln sich: Während Krankenhausaufenthalte immer kürzer werden, steigen die Kosten für ärztliche Behandlungen und Heilmittel. Gleichzeitig steigt der Anteil psychischer und chronischer Erkrankungen.

In der Krankentagegeldversicherung führen Veränderungen bei den Arbeitsunfähigkeitszeiten dazu, dass sich die Versicherungsleistungen und damit die Höhe des Beitrags ändern. So steigt der Beitrag bei durchschnittlich längeren und häufigeren Arbeitsunfähigkeitszeiten an und sinkt im umgekehrten Fall.

  • Die künftige Vertragslaufzeit

Die durchschnittliche künftige Vertragslaufzeit hängt wesentlich von der Lebenserwartung ab. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aktuell veröffentlichte Sterbetafel PKV 2021 zeigt, dass die Lebenserwartung weiter steigt. Diese Sterbetafel liegt den Beitragsanpassungen zum 1. Januar 2021 zugrunde.

Das wirkt sich beitragserhöhend aus, da Versicherungsleistungen insgesamt länger erbracht werden als bisher angenommen.

  • Die Zinserwartung

Ein Teil der Zinserträge ist über den sogenannten Rechnungszins in die Beiträge eingerechnet. Das führt zu einem geringeren Beitrag. Wegen des seit einigen Jahren äußerst niedrigen Zinsniveaus müssen wir den Rechnungszins zwangsläufig absenken, wodurch der Beitrag steigt. Insbesondere in Tarifen, deren Rechnungszins bisher über 3 Prozent lag, ist die Auswirkung auf den Beitrag deutlich spürbar

Wie werden bei einer Beitragsanpassung die Beiträge berechnet?

Für die gesamte Private Krankenversicherung ergibt sich das Berechnungsverfahren aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz sowie aus § 8a Abs. 2 der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009). Ausschlaggebend ist zunächst der Beitrag für das erreichte tarifliche Lebensalter zum Zeitpunkt der Beitragsanpassung. Dieser Neubeitrag berücksichtigt die aktuellen Rechnungsgrundlagen. Davon wird der tatsächlich zu zahlende Beitrag abgeleitet. Die bisher gebildete Alterungsrückstellung rechnen wir dabei an, sodass sich der Beitrag entsprechend verringert.

Was ist der "auslösende Faktor" und was hat er mit der Beitragshöhe zu tun?

Wann Beiträge überprüft und bei Bedarf angepasst werden, regeln § 203 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz und § 155 Abs. 3 Versicherungsaufsichtsgesetz. Demnach müssen wir die Beiträge anpassen, wenn sich die Versicherungsleistungen oder die Sterblichkeit (und damit die Lebenserwartung) deutlich und nicht nur vorübergehend verändern.

Daher vergleichen wir jedes Jahr nach einem vorgegebenen Verfahren jeweils die erforderlichen und die kalkulierten Versicherungsleistungen bzw. Sterblichkeiten miteinander ("auslösende Faktoren"). Dabei werden sogenannte Beobachtungseinheiten (z. B. Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche oder Frauen und Männer in der Ausbildung) getrennt voneinander betrachtet. Überschreiten die so festgestellten Abweichungen bestimmte Schwellenwerte, müssen wir die Beiträge überprüfen und wenn nötig anpassen.

Bei dem auslösenden Faktor handelt es sich tatsächlich nur um den "Auslöser" einer Beitragsanpassung. Beitragserhöhende und beitragssenkende Effekte in den geänderten Rechnungsgrundlagen können sich gegenseitig verstärken oder abschwächen. Daher ist eine Ableitung der konkreten Beitragsänderung aus den jeweiligen „auslösende Faktoren“ nicht möglich.

Welche Folgen hat die Niedrigzinsphase auf meinen Beitrag?

Leider ist aktuell nicht absehbar, ob sich das Zinsniveau bald wieder erholen wird. Derzeit müssen wir davon ausgehen, u. a. bedingt durch die Corona-Pandemie, dass die Zinsen noch über einen längeren Zeitraum niedrig bleiben werden. Dadurch können wir die in der Alterungsrückstellung einkalkulierten Zinserträge langfristig am Kapitalmarkt nicht mehr erwirtschaften. Wird dann im Zuge einer Beitragsanpassung der Rechnungszins reduziert, wirkt sich dies beitragssteigernd aus.

Steigen meine Beiträge aufgrund der Corona-Pandemie?

Nein. Bei der Beitragsanpassung zum 1. Januar 2021 werden nur Leistungsdaten bis ins Jahr 2019 berücksichtigt. Ob sich die Corona-Pandemie auf die künftige Beitragsentwicklung auswirkt, lässt sich derzeit noch nicht absehen.

Warum werden die Beiträge in den Tarifen BSS, NW und NW-SB zum 1. Januar 2021 bereits nach einem Jahr erneut erhöht?

Wann und wie wir Beiträge anpassen, können wir nicht nach freiem Ermessen bestimmen. Hierbei müssen wir uns an die gesetzlichen Bestimmungen halten (§ 155 Abs. 3 Versicherungsaufsichtsgesetz). Danach vergleichen wir einmal im Jahr die erforderlichen mit den kalkulierten Versicherungsleistungen für jede Beobachtungseinheit eines Tarifs (z. B. Tarif BSS: Frauen, Männer oder Kinder und Jugendliche). Stellen wir bei dieser Gegenüberstellung eine Abweichung von mehr als fünf Prozent (Schwellenwert) fest, überprüfen wir die Beiträge und passen sie wenn nötig an.

In dem Tarif BSS sind die durchschnittlichen Versicherungsleistungen für Männer drei Jahre in Folge stark gestiegen.

Für Frauen und Männer sowie für Kinder in den Tarifen NW und NW-SB sind die durchschnittlichen Versicherungsleistungen ebenfalls weiter stark gestiegen. Daher sind wir gezwungen, die Beiträge nach nur einem Jahr erneut anzupassen.

Für Jugendliche im Tarif NW-SB hingegen können die Beiträge aufgrund der positiven Entwicklung zum 1. Januar 2021 gesenkt werden.

Warum wird die Selbstbeteiligung in den Tarifen N-SB, NW-SB, Nmed, PNS, PNWS und PNmed angepasst?

Die Selbstbeteiligung dämpft die Kosten, denn es werden weniger Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch genommen. Das wirkt sich positiv auf den Beitrag aus, der sich an den durchschnittlichen Versicherungsleistungen orientiert.

Damit das auch bei allgemein steigenden Krankheitskosten auf Dauer funktioniert, sehen Tarife mit einer Selbstbeteiligung einen entsprechenden Anpassungsmechanismus vor. So passen wir die Höhe der kalenderjährlichen Selbstbeteiligung an die tatsächliche Kostenentwicklung an.

Die Selbstbeteiligung steigt entsprechend dem Verbraucherpreisindex für Deutschland, den das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

Kann ich die Beitragserhöhung steuerlich geltend machen?

Beiträge für eine sogenannte Basisabsicherung können steuerlich in unbeschränkter Höhe geltend gemacht werden. Erhöhen sich die Beiträge für die Vollversicherung, können daher entsprechend höhere Beträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden.

Eine Vorbescheinigung zur Vorlage bei Arbeitgeber oder Dienstherrn über die höheren steuerlich absetzbaren Beträge wird automatisch versandt.

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den „Häufig gestellten Fragen zum Bürgerentlastungsgesetz“.

Wie werden die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung kalkuliert?

In der Privaten Krankenversicherung gilt das Kapitaldeckungsverfahren. Maßgebend sind der Umfang des Versicherungsschutzes, der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss sowie das Alter der zu versichernden Person. Dabei muss jeder Jahrgang gesondert für jeden Tarif (das sogenannte Kollektiv) die während der Vertragsdauer insgesamt anfallenden durchschnittlichen Versicherungsleistungen mit Beiträgen decken. Für Verträge, die vor dem 21. Dezember 2012 geschlossen wurden, wird zusätzlich das Geschlecht berücksichtigt (falls der Vertrag nicht zwischenzeitlich auf Unisex-Tarife umgestellt wurde).

Ein Teil der Beiträge finanziert die laufend anfallenden Versicherungsleistungen, der andere Teil wird als Alterungsrückstellung angesammelt, um die im Alter steigenden Versicherungsleistungen auszugleichen.

Was ist die "Alterungsrückstellung" und wofür wird sie verwendet?

Allein aufgrund des Älterwerdens darf der Beitrag in der Privaten Krankenversicherung nicht steigen. Daher bilden wir eine Alterungsrückstellung und legen diese verzinslich an. Wenn dann im Alter die durchschnittlichen Versicherungsleistungen steigen, begleichen wir diese aus der Alterungsrückstellung.

Ich habe keine Rechnungen eingereicht. Warum wird mein Beitrag dennoch erhöht?

Nicht nur in der Gesetzlichen Krankenversicherung gilt das Prinzip der Solidarität zwischen Gesunden und Kranken.

Bei einer Beitragsanpassung müssen wir nach den gesetzlichen Vorgaben die durchschnittlichen Leistungen innerhalb einer Beobachtungseinheit (gleicher Tarif, gleicher Jahrgang) berücksichtigen. Denn jeder Jahrgang finanziert mit seinen Beiträgen gesondert für jeden Tarif (das sogenannte Kollektiv) die während der Vertragsdauer insgesamt anfallenden durchschnittlichen Versicherungsleistungen. Für Verträge, die vor dem 21. Dezember 2012 geschlossen wurden, ist zusätzlich das Geschlecht maßgebend (falls der Vertrag nicht zwischenzeitlich auf Unisex-Tarife umgestellt wurde). Welche Leistungen einzelne Versicherte in Anspruch nehmen, ist daher nicht ausschlaggebend. Wir unterscheiden also nicht zwischen Versicherten, die höhere, niedrigere oder gar keine Leistungen beanspruchen. Ein Versicherungsverein basiert auf der Bereitschaft seiner Mitglieder, im Krankheitsfall füreinander aufzukommen und somit die Krankheitskosten gemeinsam zu tragen.

Warum gibt es bei einer Beitragsanpassung keinen einheitlichen Erhöhungsprozentsatz?

Bei der Beitragskalkulation berücksichtigen wir für jeden Jahrgang – gesondert für jeden Tarif und jedes Geschlecht (sofern die Beiträge nicht geschlechtsunabhängig kalkuliert sind) – mit welchen durchschnittlichen Leistungen für den einzelnen Versicherten insgesamt bis zum Lebensende zu rechnen ist. Anhand dessen ermitteln wir den durchschnittlichen Beitragsbedarf. Je nach Tarif, Alter und Geschlecht ergibt sich daraus eine unterschiedliche Höhe der Beitragsanpassung, die außerdem von der Dauer und dem Umfang des bisherigen Versicherungsschutzes abhängt.

Kann ich der Beitragsanpassung widersprechen?

Nein. Eine Beitragsanpassung (hierbei kann es sich sowohl um eine Senkung als auch um eine Erhöhung handeln) ist klar geregelt und erfolgt nur, wenn bestimmte „auslösende Faktoren“ erfüllt sind. Das entspricht auch der vertraglichen Vereinbarung (§ 8b der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009).

Wie sieht die zukünftige Beitragsentwicklung – insbesondere im Alter – aus?

Konkrete Aussagen zur Beitragsentwicklung im Alter kann niemand treffen. Tendenziell gilt aber: Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Beitragsentwicklung im Alter zu stabilisieren. Dazu gehört vor allem eine nachhaltige Beitragskalkulation (Aufbau der Alterungsrückstellung). Durch unser schlankes Tarifwerk ist die Risikostruktur sehr ausgewogen, da wir viele Personen im selben Tarif versichern. Auch der gesetzliche Beitragszuschlag spielt eine große Rolle, der bis zum Ende des Kalenderjahres zu zahlen ist, in dem die versicherte Person 60 Jahre alt wird; diese Mittel setzen wir für Versicherte ab 65 Jahren ein, um Beitragserhöhungen zu vermeiden bzw. zu vermindern.

Kommt es auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu Beitragsanpassungen?

Den Vergleich braucht die Debeka nicht zu scheuen. Selbst wenn man die Beitragserhöhung zum 1. Januar 2021 schon berücksichtigt, liegt der Beitrag in der Regel immer noch unter dem durchschnittlichen Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung (2021: über 900 Euro inkl. Pflegeversicherung). Hinzu kommen dort weitere Zuzahlungen, beispielsweise für Medikamente.

Auch die Gesetzliche Krankenversicherung hat mit Kostensteigerungen zu kämpfen, die sich infolge der demografischen Entwicklung noch verstärken werden. Schon jetzt ist der Anteil außerordentlich hoch, den die Erwerbstätigen zur Finanzierung der Defizite bei den Krankheitskosten der Rentner leisten. Um den „Generationenvertrag“ auch in Zukunft zu erfüllen, sind Beitragssteigerungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung unabwendbar.

Darüber hinaus steigt der Beitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich jedes Jahr. Unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden bei jeder Lohnerhöhung ca. 16 Prozent für die Krankenkasse abgezogen. Bei einem höheren Verdienst müssen aufgrund der höheren Beitragsbemessungsgrenze höhere Beiträge abgeführt werden. Bereits zum 1. Januar 2020 wurde die Beitragsbemessungsgrenze von 4.537,50 Euro auf 4.687,50 Euro pro Monat erhöht. Auch zum 1. Januar 2021 wird die Beitragsbemessungsgrenze erneut steigen – voraussichtlich auf 4.837,50 Euro monatlich.

Was sind die Vorteile meines privaten Krankenversicherungsschutzes?

Ihr privatrechtlicher Vertrag garantiert Ihnen die Einhaltung der tariflichen Leistungszusage ein Leben lang. Nachträgliche Leistungseinschnitte wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung sind in der Privaten Krankenversicherung nicht möglich. Je nach Tarif haben Sie Anspruch auf Chefarztbehandlung im Krankenhaus, Heilpraktikerbehandlung und höhere Leistungen bei Zahnersatz. Darüber hinaus profitierten Sie von innovativen Heilmethoden, und der Arzt ist nicht von Budgetzwängen der Gesetzlichen Krankenversicherung betroffen. Der hohe Standard des privaten Versicherungsschutzes ist auch für Ihr Alter gesichert.

Was wird für bezahlbare Beiträge im Alter getan?

Das betrifft insbesondere privat versicherte Arbeitnehmer, da mit Renteneintritt der Arbeitgeberzuschuss zu den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen entfällt.

Eine ganze Reihe von Maßnahmen sorgt dafür, dass der Beitrag auch im Alter bezahlbar bleibt. Darüber hinaus können Sie zusätzlich vorsorgen.

  • Der gesetzliche Beitragszuschlag zur Stabilisierung der Krankenversicherungsbeiträge im Alter

Für alle Versicherten, die ab dem Jahr 2000 einen privaten Krankenversicherungsvertrag abgeschlossen haben (ausgenommen sind Kinder- und Ausbildungstarife, Zusatztarife zur gesetzlichen Krankenversicherung sowie die private Pflegepflichtversicherung), ist die Zahlung eines 10%igen gesetzlichen Beitragszuschlags vorgesehen. Auch für Versicherte, die bereits vorher einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hatten, erfolgte eine schrittweise Einführung, sofern der Zahlung damals nicht widersprochen wurde.

Die Zahlung des 10%igen Beitragszuschlags endet mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Versicherte 60 Jahre alt wird. Ab diesem Zeitpunkt reduziert sich somit der zu zahlende Beitrag automatisch. Die angesammelten Mittel aus dem Zuschlag werden dann verwendet, um Beitragserhöhungen bei Versicherten ab 65 Jahren zu reduzieren.

  • Wegfall des Krankentagegeldtarifs

Mit Renteneintritt ist es nicht mehr notwendig, das Gehalt gegen längere Arbeitsunfähigkeit abzusichern. Der Beitrag für die Krankentagegeldversicherung entfällt somit, und die Gesamt-Belastung sinkt entsprechend.

  • Zuschuss des Rentenversicherungsträgers zum Krankenversicherungsbeitrag

Sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten privat krankenversicherte Rentner bei Rentenbeginn einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag. Dieser Zuschuss beträgt 2021 7,3 Prozent vom Zahlbetrag der persönlichen Rente und ist auf die Hälfte der tatsächlichen Aufwendungen für die Krankenversicherung begrenzt. Wer also über 45 Berufsjahre einen Durchschnittslohn verdiente, erhält bei einer Rente von ca. 1.300 Euro aktuell einen monatlichen Zuschuss von rund 95 Euro zur Krankenversicherung.

  • Beitragsentlastung in Form der „Besonderen Bedingungen M für die modifizierte Beitragszahlung (BBM)“

Wer seinen späteren Krankenversicherungsbeitrag in vertraglichem Umfang senken möchte, dem bieten wir die Möglichkeit der gezielten Beitragssenkung ab 65 bzw. 67 Jahre an. Das ist vor allem für Arbeitnehmer interessant, denn der Arbeitgeber beteiligt sich im Rahmen des Arbeitgeberzuschusses auch an dem Beitrag für die BBM.

  • Sozialtarife in der Privaten Krankenversicherung

Sollte der Beitrag im Alter dennoch zu hoch ausfallen, besteht immer noch die Möglichkeit in den sogenannten Standard- oder Basistarif zu wechseln. In den Standardtarif kann jedoch nicht mehr gewechselt werden, wenn der Vertrag nach dem 1. Januar 2009 abgeschlossen oder zwischenzeitlich in die Unisex-Tarifwelt umgestellt wurde.

Beide Tarife orientieren sich hinsichtlich der Leistungen an der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und sehen Beitragsbegrenzungen auf Höchstbeiträge vor (voraussichtliche Werte ab 1. Januar 2021): im Standardtarif auf 706,28 Euro (GKV-Höchstbeitrag) und im Basistarif auf 796,16 Euro (GKV-Höchstbeitrag zzgl. des durchschnittlichen Zusatzbeitrags – dieser wird erst im November 2021 verkündet: der Prognosewert liegt bei 1,3 Prozent). Näheres hierzu finden Sie auch in der Antwort zu der Frage: Welche Alternativen habe ich, wenn ich meinen Beitrag senken möchte?

  • Weitere Maßnahmen zur zukünftigen Beitragsbegrenzung

Die Alterungsrückstellung legen wir verzinslich an. Darüber hinaus erwirtschaften wir aufgrund einer umsichtigen Geschäfts- und Anlagepolitik weitere Kapitalerträge, also Überschüsse. 90 Prozent davon sind nach gesetzlichen Vorgaben den Versicherten jährlich gutzuschreiben und dienen als zusätzliche Rückstellung (Anwartschaft auf Beitragsermäßigung im Alter). Diese Mittel werden – ebenso wie die Mittel aus dem gesetzlichen Beitragszuschlag – bei Versicherten ab 65 Jahren eingesetzt, um Beitragserhöhungen zu vermeiden bzw. zu vermindern. Sind die reservierten Gelder noch nicht verbraucht, erhalten Versicherte ab 80 Jahren konkrete Beitragssenkungen. (Die restlichen 10 Prozent der Überschüsse aus der Verzinsung kommen, wie auch alle anderen Überschüsse, allen Versicherten zugute: Um Beitragserhöhungen abzumildern oder als Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit.)

Der im Jahr 2000 eingeführte gesetzliche Beitragszuschlag wird ebenfalls verzinslich angelegt und genauso verwendet wie die Mittel aus der Anwartschaft auf Beitragsermäßigung im Alter.

Welche Alternativen habe ich, wenn ich meinen Beitrag senken möchte?

Privat Krankenversicherte haben einen Rechtsanspruch darauf, innerhalb des Unternehmens jederzeit in einen anderen Tarif mit gleichartigem (auf Wunsch auch niedrigerem) Versicherungsschutz zu wechseln (siehe dazu auch die Antwort auf die Frage: Was bedeutet das Wechselrecht nach § 204 Abs. 1 Nummer 1 Versicherungsvertragsgesetz?). Weiterhin weisen wir privat Krankenversicherte, die 55 Jahre und älter sind, im Rahmen einer Beitragsanpassung konkret auf andere Tarife hin, wenn diese finanziell günstiger sind.

Bedenken Sie jedoch bitte, dass sich Ihr Beitrag – je nach Tarif – grundsätzlich nur verringert, wenn Sie entweder auf Leistungen verzichten oder die Selbstbeteiligung erhöhen. Bevor Sie diese Entscheidung treffen, sollten Sie sich daher die Frage stellen, auf welche Leistungen Sie verzichten können oder welche Leistungen Ihnen weniger wichtig sind. Vor allem, weil eine spätere Wiederherstellung des ursprünglichen Leistungsumfangs immer mit einer erneuten Gesundheitsprüfung verbunden ist.

Auf unserer Internetseite können Sie unter www.debeka.de/tarifwechsel die Leistungsinhalte der alternativen Tarife vergleichen, die für Sie infrage kommen. Im weiteren Verlauf teilen wir Ihnen auf Wunsch auch den zu zahlenden Beitrag mit, falls Sie wechseln möchten.

Im Rahmen des Internet-Vergleichs besteht z. B. auch die Möglichkeit, die zwei brancheneinheitlichen "Sozialtarife" zu vergleichen: den Standardtarif und den Basistarif. Diese beiden Tarife werden von allen Unternehmen der Privaten Krankenversicherung angeboten und sehen vor, dass kein höherer Beitrag zu zahlen ist, als der jeweils aktuelle Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung (im Basistarif zzgl. des durchschnittlichen Zusatzbeitrags). Die Tarife bieten somit eine soziale Schutzfunktion für den Fall, dass der Beitrag im Alter ggf. nicht mehr tragbar ist.

Der Standardtarif ist der klassische Sozialtarif der Privaten Krankenversicherung für langjährig Privatversicherte (Vertragsabschluss vor 1. Januar 2009), die nach einem Bisex-Tarif versichert sind. Die Leistungen sind mit denen der Gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Dieser Tarif bietet insbesondere Rentnern, die seit Jahrzehnten privat krankenversichert sind, eine Möglichkeit der Beitragsentlastung.

Auch die Leistungen des Basistarifs sind mit denen der Gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Der Basistarif trat 2009 die Nachfolge des Standardtarifs an und wurde als Garantie geschaffen, so dass auch Personen mit schweren Vorerkrankungen in die Private Krankenversicherung aufgenommen werden können. Der Basistarif ist in erster Linie für die Versicherten interessant, die hilfebedürftig im Sinne des Zweiten oder Zwölften Buches Sozialgesetzbuch sind. In diesem Fall wird der zu zahlende Beitrag nämlich halbiert. Die Betroffenen erhalten einen Zuschuss von der Sozialbehörde, sodass ggf. kein Eigenanteil mehr gezahlt werden muss.

Was bedeutet das Tarifwechselrecht nach § 204 Abs. 1 Nummer 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)?

Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, bei einer Beitragsanpassung auf das in § 204 Abs. 1 Nummer 1 VVG geregelte Wechselrecht in gleichartige Tarife hinzuweisen. Das vermittelt möglicherweise den Eindruck, jedes Krankenversicherungsunternehmen führe mehrere gleichartige Tarife mit unterschiedlichem Beitragsniveau (sogenannte Paralleltarife). Dieses Risiko haben Debeka-Versicherte nicht. Denn wir haben Neukunden und Bestandsversicherten bisher stets einen einheitlichen Versicherungsschutz angeboten. Allerdings hat der Gesetzgeber die privaten Krankenversicherer verpflichtet, seit dem 21. Dezember 2012 nur noch geschlechtsunabhängig kalkulierte Tarife anzubieten. Wir haben dieses Urteil damals zum Anlass genommen, unser langjähriges Tarifwerk zu überarbeiten: Es wurden neue verbesserte Tarife eingeführt. Ein Wechsel in diese Tarife wäre daher – soweit es Mehrleistungen betrifft – nur nach einer erneuten Gesundheitsprüfung jederzeit zum nächsten Monatsersten möglich.

Sie können auf unserer Internetseite unter www.debeka.de/tarifwechsel die Leistungsinhalte der alternativen Tarife vergleichen, die für Sie infrage kommen. Im weiteren Verlauf teilen wir Ihnen auf Wunsch auch den zu zahlenden Beitrag im Fall eines möglichen Wechsels mit.

Warum kommt es bei den „Besonderen Bedingungen M für die modifizierte Beitragszahlung (BBM)“ zu einer Beitragsanpassung?

Verlängern sich die durchschnittlichen Vertragslaufzeiten infolge einer steigenden Lebenserwartung oder eines Rückgangs von Kündigungen oder sinkt der Rechnungszins, müssen die BBM-Beiträge entsprechend angehoben werden, da die vereinbarte Beitragssenkung länger in Anspruch genommen wird als bisher kalkuliert.

Habe ich aufgrund einer Beitragsanpassung ein außerordentliches Kündigungsrecht?

Aufgrund einer Beitragserhöhung können Sie Ihre Krankenversicherung innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung kündigen (§ 13 Abs. 5 der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009)).
Wird der Beitrag eines Haupttarifs erhöht, können Sie für die betroffene Person die komplette Krankenversicherung (einschließlich eventueller Zusatztarife) kündigen.

Welche Unterlagen benötigen Sie, damit die außerordentliche Vertragskündigung wirksam wird?

Aufgrund der Pflicht zur Versicherung wird die Kündigung des Haupttarifs grundsätzlich erst dann wirksam, wenn Sie uns innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweisen, dass ein neuer Vertrag bei einem anderen Versicherer abgeschlossen wurde.

Ihre Frage konnten wir nicht beantworten?

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