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Frühzeitige HPV-Impfung soll Mädchen und Jungs vor Krebs schützen

Veröffentlicht am: 15.11.2022

Durch die Corona-Pandemie wurde Vorsorge vernachlässigt – Nur abgeschlossene Impfserien bieten maximalen Schutz


Bei etwa der Hälfte der infektionsbedingten Krebserkrankungen spielen Humane Papillomviren (HPV) eine Rolle. Eine frühzeitige Impfung kann Mädchen und Jungs vor der unter Umständen Krebs auslösenden Infektion schützen. Die Debeka, der größte private Krankenversicherer in Deutschland, erklärt, was dahintersteckt.

 

 

 

Was sind Humane Papillomviren?


Sie liegen an der Spitze der sexuell übertragbaren Krankheitserreger: Humane Papillomviren, aus denen sich verschiedene Krebsarten entwickeln können – häufig am Gebärmutterhals, aber auch in Mund, Rachen und anderen Körperregionen. Weniger lebensbedrohliche Varianten können Warzen verursachen – auch im Intimbereich. Fast alle Menschen stecken sich im Laufe des Lebens einmal mit HPV an. Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos, manche können allerdings noch Jahrzehnte später zu Krebs führen.

 

„Sie werden so schnell groß“


Eltern wollen es nicht immer wahrhaben, aber Kinder werden schneller erwachsen als sie denken. Eine Impfung gegen HPV schützt am besten, bevor sie mit jemandem intim werden. Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren, auf jeden Fall vor dem 18. Geburtstag. Seit Juni 2018 gilt diese Empfehlung auch für Jungs. Im Jahr 2019 verzeichnete die Debeka bei ihren Mitgliedern, die sich gegen HPV impfen ließen, eine Steigerung um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Vermutung liegt nahe, dass hier verstärkt Jungs der damals neuen Standard-Impfempfehlung der STIKO nachgekommen sind. Für das Jahr 2020 betrug die Steigerung zum Vorjahr nochmals etwas mehr als zehn Prozent.

 

Viele Impfserien nicht komplett


Je nach Impfstoff und Alter besteht eine Impfserie aus zwei oder drei Injektionen innerhalb eines Jahres. Während der Corona-Pandemie ist laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts ein Rückgang bei Präventionsmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen um etwa ein Drittel zu verzeichnen. Etliche Impfserien wurden nicht vervollständigt. Somit steht bei zahlreichen Teenagern die zweite bzw. dritte Dosis noch aus. Für einen vollständigen Impfschutz sollte der Arzt kontaktiert werden. Die Kosten für die Impfung im Rahmen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission übernimmt in der Regel die Krankenversicherung, zumindest bei der Debeka.

 

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