Häufig gestellte Fragen - Riester-Rente

 

Wer bekommt die staatliche Förderung?

Zum Kreis der begünstigten Personen gehören unter anderem:

  • in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte. Dazu gehören auch Auszubildende und pflichtversicherte Selbstständige.
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen (Richter, Soldaten)
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Mütter und Väter während der Kindererziehungszeit innerhalb von 36 Monaten nach der Geburt
  • Bezieher von voller Erwerbsminderungsrente sowie dienstunfähige Beamte mit entsprechenden Versorgungsbezügen
  • Empfänger von Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II, auch dann, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen zu hohen Vermögens oder Einkommens ruht
  • Bezieher von Lohnersatzleistungen (wie z. B. Kranken-, Verletzten- und Versorgungskrankengeld oder Übergangsgeld)
  • Nicht erwerbsmäßig tätige private Pflegepersonen
  • geringfügig Beschäftigte (400-Euro-Minijobber), die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichtet haben
  • Pflichtversicherte in der Altersversicherung der Landwirte

Hinweis: Wenn nur ein Ehepartner zu diesem förderfähigen Kreis gehört, kann auch der andere Partner die Zulage erhalten. Bedingung: Für das Ehepaar müssen die Voraussetzungen für eine Zusammenveranlagung bei der Einkommensteuer vorliegen und sie müssen jeweils einen eigenen Vertrag abgeschlossen haben.

Wie hoch sind die Zulagen?

Jeder Förderberechtigte erhält, wenn er seinen Mindesteigenbeitrag erbracht hat, auf Antrag im Folgejahr eine Zulage. Diese setzt sich aus der Grundzulage und der Kinderzulage zusammen.

Bei Ehegatten steht die Grundzulage jedem Ehegatten gesondert zu. Ist nur ein Ehegatte förderberechtigt, verdoppelt sich die Grundzulage nur dann, wenn beide Ehepartner eine eigenen Fördervertrag abgeschlossen haben. Folglich müssen beide Ehepartner einen eigenen Antrag stellen. Ein Mindestbeitrag muss von dem nicht förderberechtigten Ehegatten nicht geleistet werden. Dieser erhält die volle Zulage, wenn der förderberechtigte Ehepartner seinen Mindestbeitrag leistet. Leistet dieser seinen Mindesteigenbeitrag nicht in vollem Umfang, dann wird auch bei dem nicht förderberechtigten Ehegatten die Zulage im gleichen Verhältnis gekürzt, wie dies beim förderberechtigten Ehegatten erfolgt.
Die Kinderzulage wird für jedes Kind insgesamt nur einmal gezahlt. Daher müssen die Eltern die Zuordnung der Kinderzulage festlegen.

  Grundzulage Kinderzulage (je Kind)
2002 und 2003 38 EUR 46 EUR
2004 und 2005 76 EUR 92 EUR
2006 und 2007 114 EUR 138 EUR
ab 2008 154 EUR bis zum 31.12.2007 geboren: 185 EUR
ab dem 01.01.2008 geboren: 300 EUR

 

Junge Sparer, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten zum Aufbau ihrer privaten Altersvorsorge mit der Riester-Rente zusätzlich einen einmaligen Startbonus in Höhe von 200 Euro.

Welche Beiträge können als Sonderausgaben abgezogen werden?

Unabhängig vom Einkommen kann jede förderberechtigte Person  folgende Höchstbeiträge als Sonderausgaben geltend machen:

2002 und 2003 525 EUR
2004 und 2005 1.050 EUR
2006 und 2007 1.575 EUR
ab 2008 2.100 EUR

Einen Mindesteigenbeitrag gibt es für den Sonderausgabenabzug nicht.

Wie viel muss ich aufwenden, um die maximale staatliche Förderung zu erhalten?

Da die staatliche Förderung eine Hilfe zur Eigenvorsorge darstellen soll, sieht das Einkommensteuergesetz bestimmte Mindesteigenbeiträge vor, die der Anspruchsberechtigte selbst aufbringen muss.

Um die staatliche Zulage in vollem Umfang zu erhalten, muss der Förderberechtigte folgende Mindesteigenbeiträge selbst zahlen:

2002 und 2003 1 %
2004 und 2005 2 %
2006 und 2007 3 %
ab 2008 4 %

des im jeweiligen Vorjahr erzielten Bruttoarbeitseinkommens abzüglich der Zulage(n).

Ein Mindestbeitrag muss von dem nicht förderberechtigten Ehegatten nicht geleistet werden. Dieser erhält die volle Zulage, wenn der förderberechtigte Ehepartner seinen Mindestbeitrag leistet. Leistet dieser seinen Mindesteigenbeitrag nicht in vollem Umfang, dann wird auch bei dem nicht förderberechtigten Ehegatten die Zulage im gleichen Verhältnis gekürzt, wie dies beim förderberechtigten Ehegatten erfolgt.

Beim Mindesteigenbeitrag gibt es jedoch Höchstgrenzen. Einschließlich der Zulagen sind höchstens folgende Beträge aufzuwenden:

2002 und 2003 525 EUR
2004 und 2005 1.050 EUR
2006 und 2007 1.575 EUR
ab 2008 2.100 EUR

Bei niedrigem Einkommen und mehreren Kindern kann es vorkommen, dass allein durch die Zulagen der Mindesteigenbeitrag bereits abgedeckt ist. In diesem Fall muss der Sockelbetrag gezahlt werden, um die Vorsorge nicht ausschließlich durch die staatliche Förderung zu betreiben.

Sockelbetrag

Jahr ohne Kind mit einem Kind mit mehr als einem Kind
2002 bis 2004 45 EUR 38 EUR 30 EUR
ab 2005 einheitlich 60 EUR

 

Woher erfahre ich, wie hoch mein Bruttoeinkommen des Vorjahres war?

Als Arbeitnehmer erhalten Sie einmal im Jahr eine Jahresmeldung zur Sozialversicherung, aus der Sie erkennen können, wie hoch Ihr rentenversicherungspflichtiges Einkommen war. Meist wird das renten- bzw. sozialversicherungspflichtige Einkommen auch auf der letzten Gehaltsabrechnung eines Jahres ausgewiesen.

Wenn Sie selbstständig tätig und versicherungspflichtig sind, wird das Einkommen herangezogen, für das Sie Rentenversicherungsbeiträge entrichtet haben.

Beamte, Richter und Soldaten entnehmen den Betrag der Bezügemitteilung.

Was ist, wenn ich weniger als den Mindesteigenbeitrag einzahle?

Wenn Sie weniger als den festgelegten prozentualen Einkommensanteil anlegen möchten oder können, erhalten Sie auch nur anteilig die entsprechende Zulage.

Was versteht man unter dem Sockelbetrag?

Bei niedrigem Einkommen und mehreren Kindern kann es vorkommen, dass allein durch die Zulagen der Mindesteigenbeitrag bereits abgedeckt ist. In diesem Fall muss der Sockelbetrag gezahlt werden, um die Vorsorge nicht ausschließlich durch die staatliche Förderung zu betreiben.

Sockelbetrag

Jahr ohne Kind mit einem Kind mit mehr als einem Kind
2002 bis 2004 45 EUR 38 EUR 30 EUR
ab 2005 einheitlich 60 EUR

Wie erhalte ich die Förderung?

Beantragung der Zulagen:

Die staatliche Zulage gibt es nicht automatisch. Sie muss über den Versicherer beantragt werden. Am Besten ist es, dem Versicherer gleich bei Vertragsabschluss eine Vollmacht zu erteilen, die Zulage jedes Jahr automatisch zu beantragen. Der Antrag muss innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf des jeweiligen Beitragsjahres bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) eingehen. Die ZfA prüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und überweist die Zulage direkt an den Versicherer, der sie dem Vorsorgekonto des Versicherten gutschreibt.

Da beim Antrag auf Zulagen die Sozialversicherungsnummer eingetragen werden muss, über die Beamte, Richter und Soldaten in der Regel nicht verfügen, erhält dieser Personenkreis stattdessen vorab eine so genannte Zulagennummer. Ist diese Zulagennummer noch nicht durch die zentrale Stelle vergeben worden, muss der Steuerpflichtige über die für seine Besoldung oder seine Amtsbezüge zuständige Stelle eine Zulagennummer beantragen.

Beantragung des Sonderausgabenabzugs:

Nach Ablauf eines Kalenderjahres erhält der Anleger vom Anbieter eine Bescheinigung der zu berücksichtigenden Altersvorsorgebeiträge. Diese Bescheinigung muss der Anleger mit seiner Einkommenssteuererklärung vorlegen. Das zuständige Finanzamt prüft, ob der Sonderausgabenabzug gegenüber den Zulagen günstiger ist. Ist dies der Fall, werden die bereits ausgezahlten Zulagen mit der Steuervergünstigung verrechnet und der Differenzbetrag als Steuerrückzahlung erstattet.

Achtung:

Wurde die Zulage zum Zeitpunkt, zu dem das Finanzamt den Sonderausgabenabzug prüft, noch nicht beantragt oder dem Vertrag gutgeschrieben, wird die Zulage bei Erstattung wegen des Sonderausgabenabzugs gleichwohl in Abzug gebracht. Es kommt hier also nicht darauf an, ob die Zulage tatsächlich ausgezahlt wurde, sondern allein darauf, ob der Steuerpflichtige bzw. Ehegatte einen Anspruch auf die Zulage hat.

Wann muss ich einen Vertrag abschließen, um die volle Förderung zu erhalten?

Sie können zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Jahres einen Vertrag abschließen. Die volle Förderung für das Jahr, in dem Sie den Vertrag abgeschlossen haben, erhalten Sie, wenn Sie den gesamten Mindesteigenbeitrag für das ganze Jahr einzahlen. Wir empfehlen Ihnen, den Vertrag so schnell wie möglich abzuschließen, um Nachteile aufgrund des Zinseszinseffektes zu vermeiden.

Muss ich an der geförderten Altersvorsorge teilnehmen?

Die geförderte Altersvorsorge ist freiwillig. Es handelt sich zwar nicht um eine Pflichtversicherung, die zusätzliche Vorsorge ist aufgrund der Einschnitte in der gesetzlichen Rentenversicherung und der Beamtenversorgung aber unbedingt erforderlich.

Was bedeutet Zertifizierung?

Die Zertifizierung bedeutet, dass der Vorsorgevertrag die Voraussetzungen erfüllt, die der Staat an die Förderung stellt. Die Prüfung wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vorgenommen.

Welche Anlageformen werden gefördert?

Folgende Anlageformen werden gefördert:

  • zertifizierte private Rentenversicherungen
  • zertifizierte Banksparpläne
  • zertifizierte Fondssparpläne

Darüber hinaus im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge:

  • Direktversicherungen
  • Pensionskassen
  • Pensionsfonds

Ab 2008 wird die Riester-Förderung auch für den Kauf oder Neubau einer selbst genutzten Wohnimmobilie auf ein sogenanntes Wohn-Riester-Produkt gewährt.

Sind die Leistungen aus dem geförderten Vertrag steuerpflichtig?

Da der Aufbau der Altersvorsorge mit Hilfe von staatlichen Zulagen und Steuervorteilen erfolgt, sind die späteren Auszahlungen voll steuerpflichtig.

Was muss ich beachten, wenn ich im Alter ins Ausland ziehe?

Wird in der Rentenbezugszeit der ständige Wohnsitz ins Ausland verlegt (z. B. Altersruhesitz auf Mallorca), müssen die Zulagen und Steuerersparnisse in Raten zurückgezahlt werden.

Wie errechnet sich meine Versorgungslücke?

Die Versorgungslücke ist die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt vor Rentenantritt und der Höhe der staatlichen Rentenzahlung. Diese Differenz beträgt ca. 30 Prozent, wenn vorher 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt wurde. Je kürzer die Beitragszeit, desto größer ist die Versorgungslücke. Nach der erneuten Absenkung des Rentenniveaus im Zuge der Rentenreform wird die Versorgungslücke noch um mindestens 3 Prozent-Punkte größer werden. Das Niveau der Beamtenpension wurde durch das Versorgungsänderungsgesetz von maximal 75 Prozent der letzten Bezüge auf 71,75 Prozent abgesenkt.

Reicht die geförderte Rente aus, um die Lücke zu schließen?

Nein, die geförderte Rente allein reicht nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen. Sie soll nur ungefähr die erneute Absenkung des Renten- bzw. Pensionsniveaus ausgleichen. Der wesentlich größere Teil der Versorgungslücke bleibt bestehen.